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Stand: 2. August 2005, 14;00 / 31.03.05 / 21.05.04, 10:00 / 25.05.03 / 08.11.01

 

K u l t u r

Kultur eher für das Fühlen, Zivilisation als Nahrung eher für das Rationale menschlicher Existenz. Vielfältigkeit ist hierbei der Ausdruck von Autonomie und folglich von Freiheit. So kann nicht überraschen, dass Toleranz (apodik- tisch: nur) deswegen unverzichtbar ist. Daraus folgt: Liberales Kulturverständnis ist nicht “irgend etwas” ...

 

(A) Kunst

        Vorlagen: Texte der Reden von Guido Westerwelle im Rahmen der Reihe “Kulturfrühstück der FDP-Bundestags- fraktion am 6. März 2005 (Köln, 800 Teilnehmer) und am 31. Juli 2005 (Bonn, 400 Teilnehmer).

Kunst und Kultur sind der Nukleus der geistigen Entwicklung einer Gesellschaft. Kunst und Kultur spiegeln den Stand einer Gesellschaft, oft gehen sie ihr voran, ja treiben die Entwicklung einer Gesellschaft weiter. Wir genießen nicht nur Kunst und Kultur, sie beeinflusst uns auch, und zwar meist positiv im Sinne des Humboldt’schen Bildungsideals für den freien und selbständigen Menschen.

Ohne Kunst und Kultur wäre eine Gesellschaft nicht kreativ, eine Wirtschaft nicht innovativ, ohne Kunst und Kultur wäre Bildung technokratisch. Erst Kunst und Kultur geben die Vielfalt der Sichtweisen in unserer Gesellschaft wider. Kunst und Kultur sind deshalb so wertvoll, weil sie zu den Werten unserer Gesellschaft beitragen. Sie machen uns Deutsche zu einer Kulturnation.

Kunst und Kultur entscheiden auch über den wirtschaftlichen Fortschritt einer Gesellschaft. Und zwar nicht nur als Markt für Kunst und Kultur selbst, sondern zuerst weil Kunst und Kultur quasi die Gemütsverfassung einer Gesellschaft bestimmen, ihre Kreativität, ihren Optimismus, ihre Neugierde, ihr Streben nach Qualität und Schönheit.

Das ist auch der Grund, warum die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes den Schutz der kulturellen Vielfalt, der Freiheit von Kunst und Kultur einen Verfassungsrang gegeben haben. Unser Grundgesetz schützt in Artikel 5, Absatz 3 die Freiheit der Kunst. Das ist mehr als die Abwesenheit von staatlicher Zensur. Die Rechtsordnung (Gesellschaftsvertrag) verpflichtet kulturelle Vielfalt in unserem Lande zu respektieren.

Die kulturelle Vielfalt in Deutschland besteht zuerst aus zahllosen privaten Initiativen. Aus vielen, vielen kleinen, oft regionalen Initiativen und manchen großen privaten Stiftungen. In Köln etwa eines der spektakulärsten Beispiele Deutschlands, das Museum Ludwig, aber auch in Berlin die Sammlung von Erich Marx oder auch die Stiftung Würth. Und wenn Museen erwähnt werden, dann ist klarzustellen, was Kultur bedeutet:

Kultur ist mehr als Kunst und in der Kulturpolitik geht es um mehr als um die Finanzierung von Freizeitgestaltung der gehobenen bildungsbürgerlichen Lebensart. Es gibt ja spannende Massenkultur-Phänomene, wie populäre Musik- und Videokultur zum Beispiel. Auch sie gehören zur kulturellen Vielfalt des Landes. Sie sind nicht nur wichtige Märkte der Kultur, sie spiegeln auch oft das Lebensgefühl der jungen Generation wider.

Der Kulturauftrag an die Staatsverwaltung ist aktives Kulturgebot zu verstehen. Die Ausgaben der Kulturpolitik der Kommunen, der Länder und des Bundes sind nicht das Sahnehäubchen der staatlichen Haushalte, die entsprechenden Ausgaben für die Kultur sind keine Subventionen, sondern Investitionen. 8 Milliarden Euro wird gesamtstaatlich für Kultur und Kunst ausgegeben. Und es ist ein Fehler, wenn die Haushalte jetzt in Notlage geraten, dass die Finanzminister und Kämmerer die Kulturhaushalte als Steinbruch betrachten.

  1. Wir haben einen Rückgang der musischen Erziehung in den Schulen. Un- ser Humboldt´sches Bildungsideal verlangt eben auch eine Infrastruktur in den Schulen für Kunst und Kultur. Aus Schillers Briefen über die ästheti- sche Erziehung des Menschen kann zitiert werden: „Ausbildung des Emp- findungsvermögens ist also das dringendere Bedürfnis der Zeit“. Deswegen brauchen wir eine neue Anerkennung beginnend bei den Schulfächern, dass es sich bei Kunst und Kultur um eine hoheitliche Kernaufgabe han- delt, die die Staatsverwaltung im Auftrag von Parlamenten ausführt.
     
  2. Die wichtigste Ebene der kulturellen Vielfalt in unserem Land sind die pri- vaten Initiativen und Stiftungen der Bürgerinnen und Bürger. Deswegen kündigte Guido Westerwelle erstmals an: Die FDP wird in Kürze, voraus- sichtlich noch in diesem Monat ein neues Stiftungsrecht der Öffentlichkeit vorstellen. Die FDP-Bundestagsfraktion erarbeitet zur Zeit einen konkreten Gesetzentwurf, um das bürgerschaftliche Engagement für kulturelle Stif- tungen weiter zu fördern. Mit einem einfachen und steuerlich attraktiven Stiftungsrecht wollen wir eine neue Welle von Stiftungsgründungen auslö- sen.
     
  3. Die wichtigste staatliche Ebene der Kulturpolitik sind Städte und Gemein- den. Die Arbeit des Kulturdezernenten einer Stadt bestimmt für viele Men- schen in der Stadt und im Umland die Möglichkeiten zur Teilhabe am kul- turellen Leben. Aber auch hier gilt: Nur, wenn Ausgaben für Kultur nicht länger als Subventionen, sondern als Investitionen gesehen werden, kann sich die Kultur in den städtischen Haushalten behaupten.
     
  4. Kunst und Kultur leben von denjenigen, die sich für sie engagieren, die künstlerisch tätig sind. Künstlerisches Schaffen muss als geistiges Ei- gentum genauso geschützt sein wie Eigentum an der Sache. Des- wegen hat die FDP nach Aussage von Guido Westerwelle dem Gesetz- entwurf 2002 zugestimmt Künstler mit neuem Urhebervertragsrecht besser zu schützen und zu vergüten. Die allermeisten Künstler beginnen ihren Weg mit hohen finanziellen Risiken und vielen persönlichen Einschränkun- gen. Wir brauchen aber eine Rechtslage, die unsere künstlerischen Talen- te ermutigt und nicht abschreckt. Und dabei ist ein Urhebervertragsrecht ein wichtiger Bestandteil.
     
  5. Wir brauchen keine Kultusministerkonferenz, die sich mit den Fragen der Rechtschreibreform beschäftigt, als vielmehr eine Kunstministerkonferenz, die sich auf die Kernaufgabe dessen konzentriert, was Kulturminister zu leisten haben: Die Pflege des kulturellen Erbes zum Beispiel, die uns Deutschen so etwas wie ein nationales Selbstgefühl und ein nationales Band gibt. Wer sich daran erinnert, versteht die Gegenwart und hat einen Kompass für die Zukunft. Dass die Menschen wissen, wie wichtig unser kulturelles Erbe ist, zeigt die riesige Hilfsbereitschaft zum Wiederaufbau der abgebrannten Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar.
     
  6. Wir brauchen keine Kultusministerkonferenz, die sich mit den Fragen der Rechtschreibreform beschäftigt. Das Chaos, das dadurch entsteht, kann den Schülern und Lehrern doch nicht zugemutet werden.

    Die Kultusministerkonferenz muß sich auf das konzentrieren, was Kulturminister zu leisten haben: die Pflege des kulturellen Erbes zum Beispiel, die uns Deutschen so etwas wie ein nationales Selbstgefühl und ein nationales Band gibt. Wer sich daran erinnert, versteht die Gegenwart und hat einen Kompaß für die Zukunft. Daß die Menschen wissen, wie wichtig unser kulturelles Erbe ist, zeigt die riesige Hilfsbereitschaft zum Wiederaufbau der abgebrannten Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar.
     
  7. Die FDP spricht sich jetzt in ihrem Wahlprogramm für die Aufnahme der Kultur als Staatsziel in das Grundgesetz aus.

    Die Kultur benötigt eine starke Vertretung innerhalb des Bundeskabinetts, gegenüber der Öffentlichkeit und der europäischen Ebene. Daher setzt sich die FDP dafür ein, daß die Zuständigkeit für Kultur und Medien aufgewertet wird und künftig Kabinettsrang erhält.

    Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte vergangene Woche: „Im Vergleich zu SPD, CDU/CSU und Bündnis90/Die Grünen legt die FDP das bislang umfangreichste kulturpolitische Wahlprogramm vor. Die klaren Aussagen zur Einfügung des Staatsziels Kultur ins Grundgesetz und die deutliche Aufwertung der Kultur- und Medienpolitik des Bundes durch eine Zuständigkeit in Kabinettsrang machen deutlich, daß für die FDP Kulturpolitik ein wichtiges Thema ist.“
     

Rund 500 Millionen EURO geben Unternehmen für Kultursponsoring jedes Jahr
aus. Dem Statistischen Bundesamt zu Folge gibt es in Deutschland mehr als 4700 Museen mit rund 100 Millionen Besuchern im Jahr 2000. Dass Museen kein Privileg einer kleinen Kulturelite sind, zeigt die MOMA-Ausstellung in Berlin, die
1,2 Millionen Besucher angelockt hat. Es gibt in Deutschland 731 Spielstätten von Theatern über Konzertsäle bis hin zu Freilichtbühnen mit mehr als 20 Millio- nen Besuchern im Jahr 2000. Man liest, mit 69 Opernhäusern habe Deutschland mehr Opernhäuser als der Rest der Welt zusammen. Das heißt nicht, dass wir ein Zuviel an Kulturangebot haben. Das heißt, dass wir eine hohe Nachfrage ha- ben. Das ist ein gutes Zeichen für die Kulturnation Deutschlands. Dazu sei Oscar Wilde zitiert:

„Wer in schönen Dingen einen schönen Sinn entdeckt, der hat Kultur.“

so weit die Textvorlage von Guido Westerwelle.

 

(B) Menschliche Beziehungen

Kunst, der Ausdruck von Gefühlen, beeinflusst über Kunstobjekt und Kunstereig- nis hinaus vielfältig das Verhalten der Menschen also der Gesellschaft und umgekehrt. Lesen Sie mehr über spezielle Themen zu Kultur, ein Teilaspekt der Veredelung menschlich-tierischer Urinstinkte, etwa dem des Überlebens:  

Gesellschaft
Politische Kommunikation
Medien
politische Ferkeleien

 Keine Frage: Reflexivität prägt. Nur, wer nur kann Ober sein? Eben.

 früher Kommunikation, heute zunehmend Speicher und sogar Produzenten von Information. Gute Sache.

 früher gab es Wächter (verkorkster) Moral. Heute können und müssen die Bürger daher selber aufpassen

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